Herzlich willkommen!
Das studentische Kino Gegenlicht bietet dir jeden Mittwochabend unterhaltsames Kino der besonderen Art. Die Veranstaltungen finden in der Aula (Gebäude A11, siehe Lageplan) statt, der Eintritt beträgt meist 3 Euro – auch für Nichtstudenten. Wir freuen uns auf deinen Besuch!
Programm Sommersemester 2010
- Mittwoch, 07.04.2010, 20 Uhr
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Nomaden der Lüfte
Jacques Perrin, Jacques Cluzaud und Michel Debats, F/D/CH 2001, 98 min
mit Zugvögeln
»Die Erfolge von Kulturfilmen – und insbesondere Naturfilmen – in den 50er und frühen 60er Jahren sind heute schwerlich nachvollziehbar. […]
In der Zeit, als unscharfe Schwarzweiß-Fernseher noch Luxus waren, war es zurecht ein Faszinosum, Elefanten in natürlicher Umgebung, Lebensgröße und vor allem Farbe zu erleben. […] In einer Welt, in der alles entdeckt ist, hat das Kino längst seine Monopolstellung auf die nun allgemein verfügbaren Bilder verloren. Der Aufwand, eine Tierdokumentation noch auf die Leinwand zu bringen, stellt eine anachronistische Kuriosität dar.
Jacques Perrin fiel als solcher Anachronist in größerem Kreise erstmals 1996 als Produzent von ›Microcosmos‹ auf und belebte mit ungewöhnlichen Naturaufnahmen die alte Tradition. Mit einem weitgehend neuen Team legt er nun ›Nomaden der Lüfte‹, sein Meisterwerk, vor. Unter Einsatz von allem möglichem Fluggerät hat er einzigartige Aufnahmen von Zugvögeln geschaffen, läßt [sic] die Kamera über weite Teile des Films mit den Schwärmen fliegen. Es gelingt ihm, jede seiner Aufnahmen zu zelebrieren. Mit behutsamer Dramaturgie verhindert er eine Monotonie der Bilder, stets aber ohne auffällige oder gekünstelte Handlungselemente; ein sparsam eingesetzter Erzähler gibt dem Zuschauer dabei die Orientierung, ohne wirkliche Informationen zu vermitteln – die angesichts des dargebotenen Schauspiels auch nur unnötig abgelenkt hätten. So gelingt es ›Nomaden der Lüfte‹ mit seinen Breitwandpanoramen auf Spielfilmlänge in einer Weise höchste Unterhaltung zu bieten, wie sie kaum noch möglich schien. […] dem Filmemacher ist hier ein grandioser Triumph wider die Beliebigkeit der Bilder gelungen« (Schnitt).
- Mittwoch, 14.04.2010, 20 Uhr
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Bedingungslos
von Ole Bornedal, Dänemark 2007, 99 min
mit Anders W. Berthelsen, Rebecka Hemse und Charlotte Fich
Weil Jonas sich mitschuldig fühlt am schrecklichen Autounfall von Julia, sucht der brave Familienvater die im Koma liegende junge Frau im Krankenhaus auf. Dort wird der Polizeifotograf von ihrer Familie für ihren Freund Sebastian gehalten, den sie auf einer Reise durch Asien kennen gelernt hat. Erst unfähig und später unwillig, das Missverständnis aufzuklären, hilft Jonas der aus dem Koma erwachten, aber unter Gedächtnisverlust leidenden und nahezu erblindeten Julia, zurück ins Leben zu finden. Und er verliebt sich in sie. Der gestandene Familienvater gerät in den Bann der schönen Frau und ihres Geheimnisses. Schließlich geht er ganz in der Rolle des Sebastian auf, verlässt Frau und Kinder und lebt fortan mit Julia zusammen, die schwanger ist. Er ahnt nicht im Geringsten, dass seine Sehnsucht nach einem aufregenderen Leben krasse Konsequenzen für ihn, seine Familie, seine Freunde und seine neue Geliebte haben wird.
Keine klassische Dreiecksgeschichte, sondern die Story einer »amour fou« im Gewand eines Noir-Thrillers. Bornedal schildert die fatalen Folgen eines Identitätswechsels in epischen Bildern und mit packender Drastik. Ein Film über den insgeheimen Traum, in die Rolle eines anderen zu schlüpfen, um glücklicher und aufregender zu leben.
- Mittwoch, 21.04.2010, 20 Uhr
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Cube
von Vincenzo Natali, Kanada 1997, 91 min, OmU (english with german subtitles)
mit David Hewlett, Nicole de Boer und Julian Richings
Die erste Szene zeigt einen Mann, der in einem würfelförmigen Raum mit Luken in der Mitte jeder Wand aufwacht. Er fängt an, die Luken nacheinander zu öffnen. Alles was er dabei erfährt ist, dass sich die anliegenden würfelförmigen Kammern nur in ihrer Farbe unterscheiden. Er entscheidet sich für eine Luke und steigt in den nächsten Würfel. Dort wird er plötzlich von einem großen Metallgitter in Würfel zerteilt.In anderen Würfeln finden fünf untereinander unbekannte Protagonisten, unwissend wie sie hergelangten, zueinander.
Jeder hat andere Begabungen, die der Gruppe auf dem Weg in die Freiheit nützlich sein könnten. Allerdings wissen einige mehr als andere, so dass in dieser klaustrophobischen Umgebung Paranoia und Misstrauen aufkommen. Einfach ist die Aufgabe nicht, denn die Würfel ändern zudem ständig ihre Position. Versuche, wie die Primfaktorzerlegung der auf Plaketten eingravierten Zahlen, sind aufwändig.
Trotz des beschränkten Budgets als Independent-Film auf einer kleinen Bühne von gerade 5 x 5 Metern in Toronto gedreht, schafft es Vincenzo Natali, eine Charakterstudie von drei Männern und zwei Frauen, eingesperrt in einer künstlichen Umgebung, ansprechend und spannend zu gestalten.
- Montag, 26. bis Freitag, 30.04.2010, jeweils 20:15 Uhr
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Special: Filme der »China-Woche«
Vom 26. bis zum 30. April 2010 ist an der Universität Oldenburg eine China-Woche geplant. Als Teil des kulturellen Rahmenprogramms zeigen wir am Montag, Mittwoch und Donnerstag thematisch passende Filme. Der Eintritt zu allen drei Veranstaltungen ist frei!
Montag: Glauben in China
von Monika Kovacsics und Stefan Degert, Deutschland/China 2009, 90 min
Dokumentarfilm über Kontrollierte Religion in China, anschließend Diskussion mit dem Filmteam
Mittwoch: Love Lives Away (Ai Qing Ji Ju)
von Wang Dong, Deutschland 2008, 80 min, OmU
Drama über zwei chinesische Studenten in Deutschland, anschließend Diskussion mit dem Filmteam
Freitag: Das Badehaus (Xizao)
von Zhang Yang, China 1999, 92 min, OmU
Independentfilm über ein Badehaus in einem Vorort Pekings zwischen Tradition und Moderne
- Mittwoch, 05.05.2010, 20 Uhr
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Special: Überraschungsfilm
In vergangenen Semestern war der Überraschungsfilm bereits dreimal Bestandteil unseres Programms, so auch dieses Sommersemester.
Wir überraschten bereits mit »La Antena«, einem argentinischen Film, »Micropolis«, in dem Millionen Termiten die Hauptrolle spielten und letztes Semester mit »The Cove«, dem Dokumentarfilm über den Massenmord an Delfinen.
Also, lass dich auch dieses Mal wieder überraschen und besuche unseren Überraschungsfilm am 5. Mai. Als Belohnung für dein Vertrauen in uns und unseren Filmgeschmack erhältst du übrigens ein Freigetränk!
- Mittwoch, 12.05.2010, 20 Uhr
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Stellet Licht
von Carlos Reygadas, Mexiko 2007, 136 min, OmU (plautdietsch mit deutschen Untertiteln)
mit Cornelio Wall, Miriam Toews und Maria Pankratz
»Stellet Licht« erzählt die tragisch-poetische Liebesgeschichte eines plattdeutschen Mennoniten im Norden Mexikos. Der mit Esther verheiratete Johan ist Bauer, hat sechs Kinder und lebt in einer ethno-religiösen Siedlungskolonie. Damit, dass er mit einer anderen Frau ein Verhältnis hat und zwei Frauen gleichzeitig liebt, begeht er eine unverzeihliche Sünde und stellt sich gegen seine Gemeinde und Gott. Heftige Gewissenqualen treiben Johan an den Rand seiner seelischen Belastbarkeit. Er spricht mit beiden Frauen offen über seine Gefühle, auch wenn es noch so verletzend für sie ist. Johan glaubt trotz allem daran, dass das Paradies auch auf Erden existieren kann.
Die Originalsprache des mit mennonitischen Laiendarstellern besetzten Filmes ist Plautdietsch, eine westpreußische Varietät des Niederdeutschen. »Stellet Licht« ist der erste internationale Kinofilm in plautdietscher Sprache.
»›Stellet Licht‹ ist langsames und kontemplatives Kino […]. Es ist zweifellos ein ungewöhnlich schöner Film. Die weite Landschaft, die in eindrucksvollen Cinemascope-Bildern eingefangen wird, sieht großartig aus, karg, aber trotzdem irgendwie satt, und die verschiedenen Schattierungen des Lichts sind berauschend.« (Jungle World)
- Mittwoch, 19.05.2010, 20 Uhr
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Ích war neunzehn
von Konrad Wolf, DDR 1968, 119 min
mit Jaecki Schwarz und Wassili Liwanow
Kurz vor dem Zweiten Weltkrieg als Kind mit seinen Eltern in die Sowjetunion geflohen, kehrt Gregor Hecker im April 1945 mit den sowjetischen Truppen als Leutnant der Roten Armee zurück; als ein Soldat unter vielen und doch nicht wie die anderen. Er ist Sieger, der auch zu den Verlierern gehört und nun versucht, die Deutschen zu verstehen, denen er begegnet.
Der Film verarbeitet die persönlichen Erlebnisse des Regisseurs Konrad Wolf und seines Freundes Wladimir Gall in fiktiver Form und schildert dabei Impressionen an seine »bewegende Annäherung an die zum ›Feindesland‹ gewordene Heimat«. Er wurde von Filmhistorikern und -journalisten im Verbund Deutscher Kinematheken als einer der 100 wichtigsten deutschen Filme aller Zeiten tituliert.
»Ein Kunstwerk, eigenwillig, streng, voller Geschichten von den letzten Tagen des Zweiten Weltkrieges« (Progress Filmverleih)
»Es ist in erster Linie ein Film über menschliches Verhalten, Denken in jener Zeit, sehr subtil, genau beobachtet, sich über viele Details vermittelnd und atmosphärisch dicht sowie emotional eindringlich« (RBB)
- Mittwoch, 26.05.2010, 20:30 Uhr, Bibliothekssaal
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Revanche
von Götz Spielmann, Österreich 2008, 121 min
mit Johannes Krisch, Irina Potapenko und Ursula Strauss
»Mit ›Revanche‹, seiner stärksten Arbeit bisher, kreiert Spielmann hohe Erwartungen für die Zukunft« (Alissa Simon, Variety)
Ein Thriller, der die Kurve kriegt. Durch den omnipräsenten Spannungsbogen gelingt Spielmann ein geschicktes Spiel mit den Erwartungen des Publikums. Zwischenmenschlichkeit und innere Konflikte prägen die Chronik eines unkonventionellen Racheakts. Ohne Pathos oder Glorifizierung der im Mittelpunkt stehenden Akteure gelingen dem Regisseur gleich mehrere höchst glaubwürdige Persönlichkeitsporträts. Die Handlung ergibt sich meist aus dem Affekt. Es entsteht eine Geschichte, die nicht als bloßer Rahmen für die Vorstellung unterschiedlicher Personen herhält, sondern vielmehr selbst aus den inneren Konflikten der dargestellten Figuren resultiert. So wird der Thriller schließlich zum Drama und die Rache bittersüß.
Nicht zuletzt auch der Kameraarbeit von Martin Gschlacht verdankt dieser Film seine besondere Eindringlichkeit, die ihm neben diversen Festival-Auszeichnungen auch das Lob der Presse einbrachte.
»Ein fein gesponnenes Psychogramm dreier Wütender, Hoffender, Zweifelnder, deren so gar nicht zusammenpassende Leben sich durch eine fatale Begebenheit verknüpfen, ist sicher Spielmanns bisher bester Film […]« (Kurier)
»Trotz allem vorgeführten Elends kommt man glücklicher aus ›Revanche‹ heraus als man hineingegangen ist« (Der Tagesspiegel)
»[…] a breathtaking portrayal of feelings […]« (Boyd van Hoeij)
- Mittwoch, 02.06.2010, 20 Uhr
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Gegen die Wand
von Fatih Akin, Deutschland/Türkei 2004, 116 min, teilweise OmU
mit Birol Ünel und Sibel Kekilli
Um der Strenge ihres türkischen Elternhauses zu entkommen, ist die junge Sibel zu allem bereit. In ihrer Verzweiflung bittet sie den 40-jährigen Alkoholiker Cahit, eine Scheinehe mit ihr einzugehen. Der willigt ein, und für einen kurzen Moment scheint die Rechnung aufzugehen: Sibel gewinnt ihre lang ersehnte Freiheit und Cahit versucht noch einmal, sein verpfuschtes Leben in den Griff zu bekommen. Doch mit der Zeit gerät die Situation immer mehr aus dem Gleichgewicht. Unaufhaltsam bewegt sich das ungleiche Paar auf eine Katastrophe zu.
Mit »Gegen die Wand« kehrt der deutsch-türkische, in Hamburg lebende Regisseur Fatih Akin (»Im Juli«, »Solino«) künsterlisch zu den Anfängen seines Filmschaffens zurück. Wie in seinem Erfolgsdebüt, dem düsteren Milieudrama »Kurz und schmerzlos«, geht es um Liebe und Freundschaft, um das raue Aufeinanderprallen extremer Gefühlswelten. Hier allerdings findet der Clash der Kulturen nicht zwischen unterschiedlichen Nationalitäten, sondern in Form einer ungewöhnlichen Annäherung zweier Außenseiter aus der zweiten und der dritten Generation türkischer Einwanderer in Hamburg statt.
Da es Akin um höchstmögliche Authentizität geht, ist sein Film optisch wie inhaltlich rau und schmutzig. Die Sprache ist rüde, aber realistisch, die Dialoge packend.
»Keine romantische Komödie hat Akin dabei im Sinn, sondern eine tabulose abgründige Liebesgeschichte, die sich am türkischen Neo-Realismus orientiert« (arte.de)
- Mittwoch, 09.06.2010, 20 Uhr
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The Exploding Girl (Spontanfilm)
von Bradley Rust Gray, USA 2009, 79 min
mit Zoe Kazan und Mark Rendall
»Was wäre Ivy wohl ohne ihr Handy? Mit ihrem Freund Greg kommuniziert die 20-jährige Studentin ausschließlich über ihr Telefon. Es ist Sommer, sie hat Ferien, die sie zuhause in New York verbringt und Greg ist nicht bei ihr. Viel haben sie sich in ihren Telefonaten nicht zu sagen. Und so überrascht es auch nicht, dass Greg die Beziehung bald darauf beendet – am Telefon. Ivy verbringt die meiste Zeit allein oder mit ihrem besten Kumpel Al, der sich während der Ferien bei ihr einquartiert hat. […]
Der amerikanische Regisseur Bradley Rust Gray erzählt in ›The Exploding Girl‹ eine wunderschöne Geschichte über die Freundschaft zweier junger Menschen, an der Schwelle zum Erwachsenwerden. Der Titel ist etwas irreführend, denn in Ivy steckt ein unglaublich ruhiger, gefasster nahezu stoischer Charakter. Sie nimmt die Dinge hin so wie sie sind, ohne sich aufzuregen. Sie redet nicht über ihre Sorgen. Weder Al noch ihre Mutter – ihre einzigen Bezugspersonen – erfahren, dass Greg mit ihr Schluss gemacht hat. Selbst wenn Magenkrämpfe und epileptische Anfälle sie quälen, nimmt sie das gelassen dahin.« (kino-zeit)
»Wie ›Wir‹ ist auch ›The Exploding Girl‹ einer dieser Filme, in denen man sich wunderbar verlieren und/oder wiederfinden kann.« (schnitt)
Achtung: Laut Programmheft spielen wir an diesem Termin im Bibliothekssaal – inzwischen hat sich jedoch ergeben, dass wir doch unseren gewohnten Spielort, die Aula in A11 nutzen können.
- Mittwoch, 16.06.2010, 20 Uhr
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Plastic Planet
von Werner Boote, sterreich 2007, 99 min
mit Plastik
Mit Werner Bootes Dokumentarfilm treten die Zuschauer eine Rundreise durch das Plastikzeitalter an. Vom Babyschnuller bis zur Plastikdose für das Müsli, von der Quietscheente bis hin zur Trockenhaube – Plastik ist überall: In den Weltmeeren findet man inzwischen sechsmal mehr Plastik als Plankton und selbst in unserem Blut ist Plastik nachweisbar. In Bootes Blut wird bei einem Test eine erhöhte Konzentration von Bisphenol A nachgewiesen, ein Ausgangsstoff der Kunststoffherstellung, der im Verdacht steht, bei Menschen wie ein Hormon zu wirken. Die Menge an Kunststoffen, die wir seit Beginn des Plastikzeitalters produziert haben, reicht aus, um unseren gesamten Erdball sechs Mal in Plastikfolie einzupacken.
In »Plastic Planet« sucht Regisseur Werner Boote, dessen eigener Großvater ein Pionier der Plastikindustrie war, weltweit nach Antworten und deckt erstaunliche Fakten und unglaubliche Zusammenhänge auf. Er stellt Fragen, die uns alle angehen: Schadet Plastik unserer Gesundheit? Wer ist verantwortlich für die Müllberge in Wüsten und Meeren? Wer gewinnt dabei? Wer verliert?
- Mittwoch, 23.06.2010, 20 Uhr
- Love Exposure (OmU – nihon-go no eiga doitsu-go no jimaku tsuki) mehr …
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Love Exposure
von Sion Sono, Japan 2008, 238 min, OmU (nihon-go no eiga doitsu-go no jimaku tsuki)
mit Takahiro Nishijima und Hikari Mitsushima
Fast vier Stunden und dennoch kurzweilig: das gelingt Sion Sono in »Love Exposure«.
Yu ist ein Mustersohn, der nicht einmal die kleinste Kleinigkeit anstellt. Sein Vater arbeitet seit dem Tod der Ehefrau als Priester. Mit seinem Sohn versteht er sich bestens. Zumindest, bis eine kurze, schließlich scheiternde Beziehung des Vaters mit der wilden Kaori alles verändert. Verlassen und verbittert wird das Familienoberhaupt zunehmend fanatischer und zwingt seinen Sohn wiederholt zum Beichten. Da Yu aber nun mal keine Sünden begeht, muss er dringend etwas anstellen. Er geht beim pflichtbewussten Sündigen immer weiter und trifft schließlich auf eine Gruppe von Herumtreibern. Gemeinsam werden die Teenager von einem schrägen Meister in der Kunst des Unter-den-Rock-Fotografierens unterrichtet, was von nun an zu Yus Lebensaufgabe wird. Eines Tages trifft er zudem die schöne Yoko, in die er sich verliebt. Leider hält Yoko, die bis auf Jesus und Kurt Cobain alle Männer hasst, ihn für einen Vollidioten. Stattdessen verliebt sie sich in eine Frau namens Sasori. In Wirklichkeit ist die geheimnisvolle, stets schwarz gekleidete Fremde aber niemand anderes als Yu, der ihr in Frauenkleider gehüllt im Kampf gegen ein paar Schläger zur Hilfe kam. Die Angreifer handelten auf Geheiß der eiskalten Koike. Diese requiriert Mitglieder für eine Sekte und hat die Begegnung von Yu und Yoko eingefädelt. Denn sie verfolgt schon lange einen teuflischen Plan …« (filmstarts.de)
- Freitag, 25.06.2010, ab 21 Uhr, Wiese zwischen A7 und A10, Eintritt 5 Euro (inkl. Freigetränk)
- Creature from the Black Lagoon (3D-Open-Air) mehr …
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Creature from the Black Lagoon (3D-Open-Air)
von Jack Arnold, USA 1954, 79 min, 3D, s/w, OV
mit Henry A. Escalante, Bernie Gozier, Richard Denning, Antonio Moreno
»Ein amphibienartiges Wesen wird von Wissenschaftlern betäubt und gefangen genommen. Es verliebt sich in die Assistentin des wissenschaftlichen Leiters. Dem einsamen Wesen, einem fehlenden Glied in der Kette vom Amphibium zum Menschen, gelingt es zu entkommen und das Objekt seiner Zuneigung zu entführen. Der wissenschaftliche Leiter setzt alles daran, die junge Frau zu retten und das geheimnisvolle Wesen zurück in die Tiefe zu verbannen.« (moviepilot)
»Mit diesem Film schuf Jack Arnold einen Klassiker unter den Monsterfilmen. Die Story wird mit einfachen Mitteln gut rübergebracht. Das Monster wird sehr gut und realistisch dargestellt, aber auch die Schauspieler geben ihr bestes. Gedreht wurde in einer gespenstisch wirkenden Außenlandschaft. Die Unterwasseraufnahmen wurden jedoch woanders gefilmt, da man klares Wasser brauchte. […] Als echten Genreklassiker sollte man diesen Film unbedingt gesehen haben.« (tierhorror)
Wie der Name vermuten lässt, zeigen wir den Film im Freien auf der Wiese zwischen A7 und A10, also bitte Decken mitbringen! Für 3D-Brillen haben wir gesorgt. Filmstart bei ausreichender Dunkelheit, bei Regen in der Aula – und es wird gegrillt!
- Mittwoch, 30.06.2010, 20 Uhr
- Irréversible (OmU – en français avec sous-titres allemands) mehr …
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Irréversible
von Gaspar Noé, Frankreich 2002, 97 min, OmU (en français avec sous-titres allemands), ab 18
mit Monica Bellucci und Vincent Cassel
»Irréversible« wurde auf diversen Film-Festivals kontrovers diskutiert. Die explizite Darstellung von Gewalt veranlasste viele Zuschauer dazu, das Kino vorzeitig zu verlassen oder ihren Unmut durch laute Rufe kund zu tun. Kamerafahrten zu Beginn des Films lösten beim Publikum Übelkeit aus. Das Magazin Newsweek verlieh dem Film den Titel »most walked-out-of movie of the year«.
Dennoch oder gerade durch die konsequente Nutzung dieser stilistischen Mittel bietet »Irréversible« ein besonderes Kinoerlebnis. Dieser Film erschüttert sein Publikum zutiefst, führt ihm Leid ungeheuer deutlich vor Augen und bleibt noch lange im Gedächtnis.
Gaspar Noé provoziert bewusst tiefe Abneigung gegenüber dem Gezeigten und erzeugt so einen derart gewaltigen Film, wie es anders wohl kaum möglich wäre.
Eine rückwärts erzählte Liebesgeschichte, die zeigt, wie sehr Kino unser Gemüt treffen kann. Mit diesem Ziel des Regisseurs vor Augen – sehr sehenswert!
»[…] eine durchaus moralisch fundierte Äußerung zur Phänomenologie zwischenmenschlicher Gewalt« (film-dienst)
Warnung! Realistische Darstellung extremer Gewalt!
- Mittwoch, 07.07.2010, 20 Uhr
- 2001: A Space Odyssee (OV – in english) mehr …
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2001: A Space Odyssee
von Stanley Kubrick, GB/USA/F 1968, 143 min, OV (in english)
mit Keir Dullea, Gary Lockwood, Douglas Rain (Stimme von HAL 9000)
Im Jahr 2001 lief Stanley Kubricks Meisterwerk zuletzt im Gegenlicht. Dieses Jahr böte es sich natürlich an, die Fortsetzung »2010: The Year We Make Contact« zu zeigen. Da dieser aber weder inhaltlich noch ästhetisch an den ersten Teil heranreicht, haben wir uns entschlossen, nochmals »2001: A Space Odyssee« ins Programm zu nehmen – diesmal in der englischen Originalfassung.
Der Film beginnt in prähistorischer Zeit mit einer Gruppe von Menschenaffen, die durch die Begegnung mit einem geheimnisvollen schwarzen Monolithen einen Evolutionssprung macht. In der Jetztzeit stoßen die Menschen auf dem Mond auf einen weiteren Monolithen, der ein Signal in Richtung Jupiter sendet. Eine Expedition dorthin gerät durch den Bordcomputer HAL 9000 zum Fiasko …
Mit einer auch heute noch verblüffenden Tricktechnik, dem berühmtesten Schnitt der Filmgeschichte (der vier Millionen Jahre überspringt) und einer ausgesprochen psychedelischen Schlusssequenz gilt »2001: A Space Odyssee« zurecht als einer der Meilensteine des Science-Fiction-Films. Das Werk basiert auf einer Kurzgeschichte von Arthur C. Clarke, der auch maßgeblich am Drehbuch beteiligt war.
»Kubricks fantastisches Abenteuer vereint technische Utopie und kulturphilosophische Spekulation zu einer Weltraumoper von überwältigendem Ausmaß. Der kühne gedankliche Entwurf des Films wird mit nicht minder kühnen optischen Effekten und einer revolutionären Tricktechnik realisiert, die das Genre Science Fiction in den folgenden Jahren entscheidend prägten.« (Lexikon des internationalen Films)
Lageplan
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