El Topo

27.06.2018 | 20:00 Uhr | Bühne 1 | Eintritt 3 Euro


von Alejandro Jodorowsky | Mexiko 1970 | 125 Minuten
spanisches Original mit deutschen Untertiteln
mit Alejandro Jodorowsky, Brontis Jodorowsky, Robert John

‚El Topo‘ eröffnet mit einer Passage, die entweder eine existentielle Reise für die Seele, oder eine Parodie auf einen Sergio Leone Spaghetti-Western ist. Der bärtige, lederne Revolverheld El Topo und sein junger Sohn reiten durch die Wüste entlang eines gewundenen, spiralförmigen Erzählstrangs von bösen Banditen, mystischen Feinden und peitschenbrechenden Lesben, gespickt mit unauslöschlichen, unerklärlichen Bildern. Die haarigen Gesetzlosen liebkosen ihre zierlichen franziskanischen Gefangenen, an einer Stelle wird ein Mönch in engelsgleicher Nahaufnahme mit Blut für Lippenstift arrangiert; die Frau, die El Topo gerettet hat, umarmt inmitten der endlosen Dünen einen phallischen Felsen und das Wasser ejakuliert prompt daraus. Eine Gemeinschaft von Kaninchen stirbt an der rachsüchtigen Ausstrahlung des Helden, während die alte Mutter eines der Meister der Wüste verzerrte Vogelgezwitscher schreit, als sie auf zerbrochenes Glas tritt.

Der Film ist wohl eines von Alejandro Jodorowskys ikonischsten Kultfilmerlebnissen. Seine zahllosen Visionen, glühend hell genug, um sich im Gedächtnis einzubrennen, auch wenn sie keinen Sinn ergeben. Einer Salve gleich feuert der in Chile geborene Regisseur alles, was seine durchschüttelnde Psyche geformt hat, in einem einzigen Stich ins Kino.



Vorfilm

Sunday Will Never Be The Same

von Smash TV, USA 2016, 3:05 Minuten