Eldorado

21.11.2018 | 20:00 Uhr | Bühne 1 | Eintritt 3 Euro


von Markus Imhoof | Schweiz / Deutschland 2018 | 92 Minuten
deutsches Original mit deutschen Untertiteln
mit Robert Hunger-Bühler, Caterina Genta

Der Beginn der hochaktuellen Doku ‚Eldorado‘ liegt im Jahr 1945: Die schweizer Familie Imhoff nimmt das Flüchtlingskind Giovanna aus Italien auf, der damals vierjährige Markus Imhoff ist fasziniert von dem fremden Mädchen. Rund 70 Jahre später kehrt der Regisseur zu seinen biografischen Wurzeln zurück, indem er sich der gegenwärtigen Lage der Geflüchteten in Europa annimmt. Über die Seenotrettung auf dem Mittelmeer, der Ausbeutung auf den Tomatenplantagen Italiens und der Abschiebung einer dringend gebrauchten Altenpflegerin in der Schweiz, verfolgt er die verschiedenen Stationen der Geflüchteten in den Ländern Europas.

Die Herausforderung, die Erfahrungen seiner Kindheit mit dem Flüchtlingsmädchen Giovanna mit der heutigen Situation der Flüchtlinge in Europa zu verknüpfen, meistert der schweizer Filmemacher mit Bravour. Trotz der Nähe am Geschehen gelingt es ihm, in den entscheidenden Momenten einen Schritt zurückzutreten und die Einzelschicksale der Geflüchteten in den Gesamtzusammenhang einzuordnen. Auf politischer Ebene hinterfragt Imhoff die Abschiebepraxis der Schweiz und zeigt Europas Verantwortung für die Fluchtursachen auf, auf philosophischer Ebene stellt er die Frage nach der Eindeutigkeit kollektiver Identität. In Zeiten der Verrohung der Politik ist der Wert dieser Dokumentation kaum zu überschätzen.

„In Eldorado wird das Kino zum Medium der Erkenntnis.“ – Frankfurter Allgemeine Zeitung



Vorfilm

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von Jannis Alexander Kiefer, Deutschland 2017, 4:58 Minuten