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Screening
Noch lange keine Lipizzaner
AT 2025 | 92 Minutes
by Olga Kosanović
with and verschiedenen Schauspielenden
Die Alpenrepublik. Der Ruf als reichhaltige Kulturnation eilt ihr voraus. Doch in filmischer Hinsicht fliegen hierzulande viele tolle Arbeiten oftmals unter dem Radar der breiten Öffentlichkeit und kommen nur vereinzelt zur Aufführung in unseren Kinosälen, obwohl es viele Schätze zu entdecken gäbe. Modus Lei(n)wand möchte das ändern und bietet dem österreichischen Film die Aufmerksamkeit, die er verdient. Die titelgebende Formulierung „leiwand“ steht dabei passenderweise im Österreichischen für Ausdrücke wie „großartig“ und „super“.
Mit einem möglichst breiten Spektrum unterschiedlicher Erzählansätze zeichnet die Filmreihe ein schärferes Bild unseres unmittelbaren Nachbarlandes, fernab vermeintlicher Klischees und bietet auf diese Weise Potenzial für echten kulturellen Austausch. Denn obwohl sich Österreich und Deutschland grundlegend dieselbe Sprache teilen, sind vielen die filmische Erzählweise, der oftmals tiefschwarze Humor sowie die gesellschaftlichen Eigenheiten des Landes großteils unbekannt.
Olga Kosanović lebt seit ihrer Geburt 1995 in Wien, doch ihr Antrag auf die österreichische Staatsbürgerschaft wird abgelehnt. Diese persönliche Erfahrung ist der Ausgangspunkt für eine kluge, humorvolle und vielschichtige Auseinandersetzung mit Themen wie Nation und Identität. Spielerisch kombiniert der Film Dokumentation, Performance, Interviews und Archivmaterial. Kosanović hinterfragt die Rituale rund um Staatsbürgerschaft und zeigt dabei, wie absurd und willkürlich diese Regeln letztlich oftmals sein können.
Das österreichische Staatsbürgerschaftsrecht zählt zu den strengsten und restriktivsten der Welt. Während manche ihren Pass per Geburt erhalten, ohne je einen festen Wohnsitz in Österreich besessen zu haben, verbringen andere ihr gesamtes Leben im Land, ohne sich als vollwertiges Mitglied der Gesellschaft fühlen zu dürfen. Durch zahlreiche Gespräche hinterfragt Kosanović mit scharfem Blick, wer dazugehören darf und warum. Ihr Film ist ein kluges, sehr persönliches und zugleich universelles Plädoyer für ein offeneres Verständnis von Zugehörigkeit.